SEO-Migration beim Relaunch ohne Rankings zu verlieren
Wenn nach einem Relaunch plötzlich Leads ausbleiben, liegt es selten am neuen Design. Fast immer ist es die Migration darunter: URLs ändern sich, interne Verlinkung bricht, Canonicals zeigen ins Leere, Tracking läuft nicht, und Google braucht Wochen, um wieder ein klares Bild zu bekommen. Das ist kein „Pech“, sondern fast immer ein Prozessproblem.
Eine SEO-Migration ist technisch gesehen ein kontrollierter Identitätswechsel Ihrer Website. Sie wollen Google und Nutzer:innen gleichzeitig sagen: „Ja, es ist neu – aber es ist dieselbe Marke, dieselben Inhalte, nur besser, schneller und sauberer.“ Genau dafür ist eine seo migration checklist relaunch hilfreich: nicht als starre To-do-Liste, sondern als Abfolge von Prüfungen, die Ranking-Verluste aktiv verhindert.
Was eine SEO-Migration beim Relaunch wirklich ist
Ein Relaunch kann ein Theme-Update sein, ein kompletter CMS-Wechsel, eine neue Informationsarchitektur oder ein Domainwechsel. SEO-seitig ist entscheidend, ob sich URLs, Content, interne Linkstruktur, technische Signale und Performance gleichzeitig ändern. Je mehr davon parallel passiert, desto höher das Risiko.
Der häufigste Denkfehler: „Wir übernehmen eh alle Inhalte.“ Google bewertet nicht nur Text, sondern auch Pfade, Beziehungen (interne Links), technische Konsistenz (Indexierbarkeit, Canonical-Logik), Structured Data und die Nutzererfahrung (Core Web Vitals). Wenn Sie all das auf einmal verändern, braucht es eine klare Migration mit Messpunkten – sonst ist der Relaunch eine Blackbox.
Vor dem Relaunch: Inventur statt Bauchgefühl
Bevor Sie irgendetwas bauen, müssen Sie wissen, was heute funktioniert. Sonst optimieren Sie im Blindflug.
Starten Sie mit einem vollständigen Crawl der aktuellen Website (inklusive Statuscodes, Canonicals, Hreflang falls vorhanden, Meta-Daten, Überschriftenstruktur, interne Links). Ergänzen Sie das mit Exporten aus der Google Search Console: Top-Seiten nach Klicks/Impressions, Top-Queries, Indexabdeckung, Sitemaps.
Wichtig ist die Priorisierung: Nicht jede URL ist gleich wertvoll. Ein Produkt- oder Leistungsbereich, der regelmäßig Anfragen bringt, hat Vorrang vor einem alten News-Archiv. Für Österreich ist oft auch Local-Intent relevant: Standortseiten, Anfahrtsseiten, Kontakt, Team, Leistungsseiten mit klarer regionaler Zuordnung.
Parallel dazu: definieren Sie „Nicht verhandelbare“ Anforderungen für den Relaunch. In der Praxis sind das meist Performance (Core Web Vitals), Barrierefreiheit nach WCAG, DSGVO-konformer Betrieb (Consent, Skripte, Hosting, Logs) und eine stabile technische SEO-Basis.
Informationsarchitektur und URL-Plan: Stabilität schlägt Kreativität
Die größte SEO-Fehlerquelle beim Relaunch ist ein ungeplantes URL-Redesign. Natürlich darf Struktur besser werden. Aber jede Änderung kostet Google Verständniszeit – und Sie verlieren historische Signale.
Wenn eine URL bleiben kann, lassen Sie sie. Wenn sie sich ändern muss, dann mit klarer Logik: sprechende Pfade, konsistente Slugs, keine Ketten (Redirect auf Redirect), keine „temporären“ Workarounds. Planen Sie die neue Struktur als Mapping-Dokument: alte URL -> neue URL, inklusive Seitentyp, Priorität, Status (bleibt, wird zusammengeführt, wird entfernt).
Content-Konsolidierung ist sinnvoll, aber heikel. Wenn Sie drei alte Seiten zu einer besseren Seite zusammenführen, braucht diese neue Seite den inhaltlichen Umfang und die Suchintentionen der Vorgänger – sonst leiten Sie nur Traffic um, nicht Relevanz.
Redirect-Strategie: 301 ist nicht gleich „erledigt“
Weiterleitungen sind das Sicherheitsnetz, aber nur, wenn sie sauber umgesetzt sind. Eine 301-Weiterleitung sollte immer direkt auf das finale Ziel zeigen. Vermeiden Sie Redirect-Ketten, denn sie kosten Crawl-Budget, verlängern Ladezeiten und erhöhen Fehlerrisiken.
Achten Sie besonders auf:
- Parameter-URLs (Filter, Tracking-Parameter) – hier müssen Regeln so gesetzt werden, dass keine Endlosvarianten entstehen.
- Trailing Slash, http/https, www/non-www – eine einzige klare Canonical-Variante.
- Groß-/Kleinschreibung und Umlaute in Slugs – konsistent und getestet.
Wenn Sie internationale oder mehrsprachige Seiten haben: Hreflang muss auf die neue URL-Struktur angepasst werden, inklusive Rückverweise. Sonst verliert Google das Sprach-/Regionen-Mapping.
Technische SEO-Basis: Indexierbarkeit, Canonicals, Sitemaps
Vor dem Go-Live muss die neue Website in einer Staging-Umgebung laufen, die vollständig testbar ist. Dabei ist die Staging-Seite entweder per Basic Auth geschützt oder sauber per noindex abgesichert – aber nicht beides halbherzig. Der Klassiker: Staging wird per noindex blockiert und diese Direktive bleibt beim Livegang bestehen.
Prüfen Sie in der neuen Umgebung:
- robots.txt: blockiert nichts Wesentliches (CSS/JS müssen crawlbar sein), und blockiert gezielt, was wirklich nicht indexiert werden soll.
- Meta Robots: noindex nur dort, wo es strategisch Sinn macht.
- Canonical-Tags: zeigen auf die finalen Live-URLs, nicht auf Staging, nicht auf alte Pfade.
- XML-Sitemaps: nur indexierbare URLs, korrekt aktualisiert, logisch nach Seitentypen getrennt, in der Search Console einreichbar.
Für WordPress/Joomla gilt zusätzlich: Plugins oder Extensions, die Canonicals, Redirects, Sitemaps und Schema generieren, müssen miteinander harmonieren. Zwei Systeme, die gleichzeitig Canonicals schreiben, sind ein Rezept für widersprüchliche Signale.
Performance und Core Web Vitals: Relaunch ist die beste Chance
Viele Relaunches verschlechtern Performance, weil neue Themes, Slider, Font-Libraries und Tracking-Skripte „mitgenommen“ werden. Dabei ist das genau der Moment, in dem Sie die technische Schuld der letzten Jahre loswerden können.
Setzen Sie Core Web Vitals als Abnahmekriterium, nicht als „Nice to have“. Messen Sie im Staging mit reproduzierbaren Tests und vergleichen Sie gegen den Ist-Zustand. Achten Sie auf Bildformate (WebP/AVIF), sauberes Lazy Loading, kritisches CSS, Font-Loading-Strategie, Caching und Server-TTFB. Der Trade-off ist real: maximale Design-Freiheit vs. messbare Performance. Entscheiden Sie bewusst.
Strukturierte Daten und KI-Suche: Signale, die oft vergessen werden
Strukturierte Daten (Schema.org) sind kein Schmuck. Sie helfen Suchmaschinen, Entitäten und Inhalte korrekt zu interpretieren – und das wird in KI-basierten Suchsystemen nicht weniger wichtig.
Beim Relaunch gehen diese Daten oft verloren, weil Templates neu gebaut werden. Prüfen Sie, ob Organisation, LocalBusiness (falls passend), Breadcrumbs, FAQ (nur wenn echte FAQs vorhanden sind), Article/BlogPosting und gegebenenfalls Product oder Service wieder korrekt ausgegeben werden. Wichtig: konsistente Unternehmensdaten, gleiche Schreibweise, gleiche Adresse, gleiche Telefonnummer.
Wenn Sie Standorte in Österreich bedienen, ist die lokale Konsistenz entscheidend: NAP-Daten (Name, Address, Phone) müssen auf der Website eindeutig und maschinenlesbar sein.
WCAG und Relaunch: SEO profitiert von echter Zugänglichkeit
Barrierefreiheit wird oft als reines Compliance-Thema gesehen. Technisch sauber umgesetzte WCAG-Anforderungen verbessern aber auch die Qualitätssignale Ihrer Seite: klare Überschriftenhierarchie, sinnvolle Linktexte, bessere Tastaturbedienbarkeit, verständliche Formularfehler.
Achten Sie darauf, dass Navigation, Formulare (Kontakt, Anfrage), Kontraste, Fokus-Zustände und Alternativtexte nicht erst nach dem Go-Live „nachgezogen“ werden. Nachträgliche Fixes sind teurer und riskanter.
Tracking, Consent, Messbarkeit: Ohne Daten ist der Relaunch nicht steuerbar
Viele Unternehmen merken erst nach dem Relaunch, dass das Tracking nicht korrekt läuft. Dann ist aber bereits unklar, ob ein Lead-Einbruch ein SEO-Thema, ein Usability-Thema oder ein Messfehler ist.
Planen Sie vorab, welche Events und Conversions zählen: Kontaktformular abgeschickt, Klick auf Telefonnummer (mobil), Terminbuchung, PDF-Download. Testen Sie das im Staging mit realistischen Szenarien.
DSGVO und Consent sind dabei kein Add-on. Wenn der Consent-Flow Skripte blockiert, müssen Sie wissen, was ohne Zustimmung gemessen werden darf und was nicht. Wichtig ist auch, dass Consent-Banner nicht Layout Shifts verursachen, die LCP/CLS verschlechtern.
Go-Live: Checkpoint, nicht „großer Knopf“
Der Go-Live ist kein Moment, sondern eine kontrollierte Umstellung.
Vor dem Umschalten: finaler Crawl der neuen Seite, Abgleich des Redirect-Mappings, Prüfung der wichtigsten Templates (Startseite, Leistungsseite, Blog, Kontakt), Validierung von Schema, und ein schneller manueller Check der wichtigsten Money-Pages.
Beim Umschalten selbst: DNS/Hosting-Änderungen, HTTPS-Zertifikate, Server-Regeln und Caching müssen abgestimmt sein. Ein häufiger Fehler ist aggressives Caching, das alte Redirect-Regeln oder alte Seiten ausliefert.
Unmittelbar danach: Sitemaps einreichen, wichtige Seiten in der Search Console prüfen (URL-Prüfung, Indexierung anstoßen), Server-Logs beobachten (404-Spitzen, Crawl-Verhalten), und ein „Top 50“-Monitoring der wichtigsten URLs und Keywords starten.
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Nach dem Relaunch: Stabilisieren, dann optimieren
Die ersten 14 Tage sind für SEO entscheidend. Nicht, weil Google „straft“, sondern weil Sie in dieser Phase die meisten technischen Signale korrigieren können, bevor sich Fehler verfestigen.
Typische Post-Launch-Themen sind 404-Fehler aus alten Backlinks, falsch gesetzte Canonicals, interne Links, die noch auf alte Pfade zeigen, und indexierte Filter- oder Suchseiten, die plötzlich massenhaft URLs erzeugen. Das ist normal – wenn Sie es sehen und sauber beheben.
Rechnen Sie mit einer Übergangsphase. Selbst bei perfekter Migration kann es kurzfristig zu Schwankungen kommen, besonders wenn Sie gleichzeitig Inhalte umgebaut haben. Entscheidend ist, dass die Kurve wieder stabil wird: Indexabdeckung passt, Crawl-Fehler sinken, und die wichtigsten Landingpages gewinnen ihre Sichtbarkeit zurück.
SEO migration checklist relaunch: Was wirklich zählt
Wenn Sie nur drei Dinge aus dieser seo migration checklist relaunch mitnehmen, dann diese: Erstens, inventarisieren Sie den Ist-Zustand und priorisieren Sie Seiten nach Business-Wert. Zweitens, planen Sie URL-Änderungen und Redirects als System, nicht als Nacharbeit. Drittens, machen Sie Messbarkeit, Performance und technische Konsistenz zur Abnahme – nicht zur Hoffnung.
Der beste Relaunch fühlt sich nach außen leicht an. Intern ist er das Ergebnis von Disziplin: saubere Technik, klare Verantwortung, und ein Prozess, der Probleme findet, bevor Kund:innen und Google sie finden. Als nächster Schritt lohnt sich ein kurzer Realitätscheck: Öffnen Sie Ihre wichtigsten fünf Landingpages, und fragen Sie sich, welche davon Sie sich leisten können zu verlieren. Genau dort beginnt eine Migration, die Rankings nicht „rettet“, sondern dauerhaft verdient.